- Hermle: Krisenjahr 2009 gut bewältigt
- 8,4 Mio. Euro Betriebsergebnis und 7,7 % Bruttorendite
- Konzern-Jahresüberschuss von 6,6 Mio. Euro
- Auftragseingang und Konzernumsatz mehr als halbiert
- Ausschüttungsvorschlag: 0,85 Euro je Vorzugsaktie
- 2010: Moderates Umsatzplus erwartet
Gosheim, 29. April 2010 - Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG hat das Krisenjahr 2009 gut bewältigt. Der schwäbische Werkzeugmaschinenspezialist weist in seinem heute veröffentlichten Jahresabschluss trotz erheblich geringerer Umsätze einen Gewinn aus. Allerdings bekam auch Hermle die Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich zu spüren. Der Auftragseingang nahm 2009 konzernweit um knapp 58 % auf 99,9 Mio. Euro (Vj. 236,5) ab. Hiervon entfielen 49,3 Mio. Euro (Vj. 131,1) auf das Inland und 50,6 Mio. Euro (Vj. 105,4) auf das Ausland. Ende 2009 verfügte das Unternehmen über einen Auftragsbestand von 16,7 Mio. Euro (Vj. 43,8).
Der Hermle-Konzernumsatz ging im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 127,0 Mio. Euro zurück und hat sich damit gegenüber dem 2008er Rekordwert von 278,4 Mio. Euro mehr als halbiert. Von der schwachen Nachfrage waren sowohl die deutschen Gesellschaften als auch der Auslandsvertrieb betroffen. Im Inland betrug das Geschäftsvolumen 68,4 Mio. Euro (Vj. 150,9) und im Ausland 58,6 Mio. Euro (Vj. 127,5).
Durch sehr flexible Strukturen, das bewährte Konzept eines atmenden Unternehmens und den Einsatz von Kurzarbeit konnte Hermle schnell und effizient auf den Konjunktureinbruch reagieren. Mit Beginn der Krise wurde die Fertigung sofort gedrosselt und konsequent an die Auftragslage angepasst. Die Materialkosten reduzierten sich 2009 begünstigt durch den deutlichen Bestandsabbau um 59 %, und bei den Personalkosten erreichte Hermle trotz Mitarbeiteraufbau eine Verringerung um 24 %. Das Betriebsergebnis belief sich im Konzern auf 8,4 Mio. Euro (Vj. 66,6). Dank eines positiven Finanzer-gebnisses von 1,4 Mio. Euro (Vj. 2,4) konnte Hermle ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 9,8 Mio. Euro ausweisen (Vj. 69,1). Das entspricht einer Brutto-Umsatzmarge von 7,7 %. Nach Steuern wurde ein Jahresüberschuss von 6,6 Mio. Euro erzielt (Vj. 50,4). „Mit dieser Ertragssituation", so Vorstandssprecher Dietmar Hermle, „können wir angesichts der extrem schwierigen Rahmenbedingungen zufrieden sein."
Auch die Finanz- und Vermögenslage des Unternehmens blieb sehr solide. Die Eigenkapitalquote stieg im Hermle-Konzern per 31. Dezember 2009 nochmals leicht auf 75,8 % (Vj. 72,7). Der operative Cashflow belief sich im Berichtsjahr auf 13,5 Mio. Euro (Vj. 58,2). Die Investitionen wurden angesichts des schwachen Umfelds auf das nötige Mindestmaß verringert und betrugen 2,2 Mio. Euro (Vj. 8,8).
In der Muttergesellschaft Maschinenfabrik Berthold Hermle AG lag der Jahresüberschuss 2009 bei 5,8 Mio. Euro (Vj. 51,8). Hiervon werden 2,0 Mio. Euro in die Rücklagen eingestellt und damit die Substanz des Unternehmens weiter gefestigt. Darüber hinaus werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 0,85 Euro je Vorzugsaktie und 0,80 Euro je Stammaktie vorschlagen. Damit setzt Hermle seine ertragsorientierte, kontinuierliche Ausschüttungspolitik fort. Auf die Auszahlung eines Bonus, der in den Vorjahren in Verbindung mit den außergewöhnlich guten Ergebnissen bezahlt wurde, soll verzichtet werden.
Wie angekündigt verkraftete Hermle das Krisenjahr 2009 ohne Stellenabbau. Zum Stichtag 31. Dezember stieg die Zahl der Beschäftigten konzernweit sogar leicht auf 817 Personen (Vj. 799). Das Unternehmen erweiterte punktuell seine Service- und Entwicklungskapazitäten und übernahm mehr Auszubildende nach Abschluss ihrer Lehrzeit in feste Beschäftigungsverhältnisse. Die Zahl der neuen Auszubildenden wurde ebenfalls erhöht, und zwar um 19 % auf 102 junge Menschen. Das entspricht einer Ausbildungsquote von 15,0 %(Vj. 12,9) in der Hermle AG.
„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", erklärt Dietmar Hermle, „haben durch ihre hohe Flexibilität entscheidend dazu beigetragen, dass wir 2009 ohne größere Blessuren überstanden haben." Um das Engagement der Belegschaft zu honorieren, sollen die Beschäftigten im Anschluss an die Dividendenzahlung eine Prämie in Höhe von 70 % eines Monatsgehalts erhalten.
Im zweiten Halbjahr 2009 wurden die Hermle-Entwicklungsaktivitäten prozyklisch ausgebaut, um den Kunden besonders effiziente Maschinenneuheiten bieten zu können. Dietmar Hermle erwartet, „dass unsere Abnehmer kurzfristig zwar nicht in zusätzliche Kapazitäten, wohl aber in neueste Technologien für mehr Produktivität und Wirtschaftlichkeit investieren." Auf seiner Hausmesse präsentierte das Unternehmen in der vergangenen Woche drei neue Hochleistungs-Bearbeitungszentren, die beim Fachpublikum auf großes Interesse stießen. Hermle verzeichnete einen neuen Rekord an Firmenbesuchern, obwohl viele Interessenten aus dem außereuropäischen Ausland wegen des Flugverbots nach dem Vulkanausbruch in Island nicht teilnehmen konnten.
Seit Mitte 2009 beobachtet Dietmar Hermle eine leichte Belebung der Investitionsneigung und geht davon aus, dass die Nachfrage 2010 insgesamt wieder etwas besser sein wird. „Allerdings", schränkt er ein, „rechnen wir nicht mit einem schnellen, durchgreifenden Aufschwung, sondern mit zyklisch wiederkehrenden Einbrüchen." Zudem startet die zögerliche Erholung von sehr niedrigem Niveau. Auf dieser Basis strebt das Unternehmen für das Gesamtjahr 2010 eine moderate Umsatzsteigerung und ein leicht positives Ergebnis an.
Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren. Hermle-Werkzeugmaschinen kommen aufgrund ihrer hohen Qualität und Prä-zision in anspruchsvollen Branchen wie Medizintechnik, optische Industrie, Luftfahrt-, Automobil-, Rennsportindustrie und bei deren Zulieferern zum Einsatz. Hermle-Aktien werden im Regulierten Markt der Börsen Stuttgart und Frankfurt am Main gehandelt.
Kontakt: TIK GmbH, Gabriele Rechinger, T 0911 95 97 870,
E-Mail: info@tik-online.de
Bildmaterial: Maschinenfabrik Berthold Hermle AG, Udo Hipp,
T 07426 95 6238, E-Mail: udo.hipp@hermle.de
Der komplette Jahresabschluss des Unternehmens kann auf der Website www.hermle.de unter Börse/Informationen für Aktionäre abgerufen werden.